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Herbstzeit – Erkältungszeit

Der Herbst ist die Zeit im Jahr, in der es die meisten Erkältungsbeschwerden gibt. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden gut mit “Hausmitteln” behandeln. Ich gebe Ihnen als Heilpraktikerin wertvolle Tipps:

Welche Möglichkeiten zu behandeln gibt es?

Die typischen Erkältungsbeschwerden sind Husten, Halsschmerzen und Schnupfen. Diese Beschwerden sprechen gut auf verschiedenen Tees an. Wirklich gut helfen verschiedene Wickel. Die meisten sind sich etwas unsicher wie ein Wickel angelegt wird. Es ist weniger Aufwand als die meisten annehmen, ich erkläre Ihnen gerne wie es geht.

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Husten

Die meisten Erkältungen sind von Husten begleitet. Husten kann es mit oder ohne Auswurf geben. Bei dem sogenannten “produktiven” Husten (also mit Auswurf), ist der Körper bereits dabei die Atemwege von Krankheitserregern zu befreien, in dem er sie in Schleim verpackt und abhustet. Bei diesem Husten ist es wichtig, reichlich zu trinken und den Hustenreiz nicht zu unterdrücken. Es ist wichtig, dass der Schleim abgehustet werden kann. Diesen Prozess können Sie mit schleimlösenden Tees unterstützen.
– Schlüsselblume
– Fenchel
– Anis
– Königskerze
– Efeu
– Sonnentau
– Thymian
Bitte keine schleimhaltige Pflanzen wie Huflattich, Malve, Eibisch benutzen. Aus diesen Pflanzen können Sie sich eine Mischung für den Tee zusammenstellen. Fertige Teemischungen enthalten oft minderwerten Produktionsabfall und damit nicht ausreichend Wirkstoffe oder sind gar gesüßt. Am besten lassen Sie sich im örtlichen Kräuterladen oder in der Apotheke die einzelnen Kräuter abwiegen.

Brustwickel

Zwiebel-Wickel

Bei festsitzendem Husten, gut als Schleimlöser und Husten mit Schnupfen. Für Kinder ab 6 Monaten geeignet. Sie brauchen

– 1-2 Zwiebeln
– Dünnen Baumwollstoff
– Faden
– Heilwolle
– Außentuch (Wickelhemdchen)

Sie schneiden die Zwiebel klein und legen sie auf den Baumwollstoff oder Verbandmull. Sie falten daraus ein kleines Päckchen und binden es mit dem Faden zusammen. In einem umgedrehten Topfdeckel erwärmen Sie das Zwiebelpäckchen auf Körpertemperatur. Bei Kindern ab 1 Jahr können Sie 1-2 Tropfen Lavendelöl (KEIN Lavandin!!) auf die Zwiebel geben. Dieses Päckchen legen Sie auf die Brust des Patienten, bedecken das mit Heilwolle und fixieren das ganze mit dem Außentuch. Diesen Wickel können Sie ca. ½ – 1 Stunde anwenden.

Quark-Wickel

Für Kinder ab ca. 2 Jahren. Bei stark verschleimten Bronchien, Reizhusten und Bronchitis.

Sie brauchen:
– Magerquark
– Verbandmull
– Wickelmaterial (Innen-, Zwischen- und Außentuch)
– Bettschutz
– Wärmflasche

Quark z.B. im Wasserbad auf Körpertemperatur erwärmen. Ca. 5-10mm dick auf das Innentuch streichen und mit einer Lage Verbandmull abdecken (diese Seite kommt auf die Haut) (Ein Küchentuch, auf das Sie den Quarkstreichen und überschlagen geht auch).
Die Quarkfläche sollte so groß sein, dass sie von der Achsel bis zum untersten Rippenbogen reicht.
Das Quarkpaket auf einer Wärmflasche warm halten.

Bettschutz auslegen, das Außentuch ausbreiten (ggf. mit Heilwolle) und das Kind auf das Außentuch legen.
Dann das „Quarkpaket“ auf die Brust legen, das Zwischentuch darüber legen und mit dem Außentuch fixieren.

Sie können den Wickel so lange anwenden, bis der Quark eingetrocknet ist. Sollte ihr Patient vorher bereits anfangen zu frieren, bitte die Anwendung sofort beenden.

Zitronen-Wickel

Für Kinder ab ca. 2 Jahren. Ähnlich wie der Quark-Wickel. Sie brauchen:

– 1 unbehandelte Zitrone und ½ Liter Wasser
– 1 Leinentuch
– Heilwolle, Zwischentuch und Außentuch

½ Zitrone mit eingeritzter Schale in ca. ½ Liter heißem Wasser ausdrücken. Das Innentuch mit dem Zitronenwasser tränken. Das Wickelpaket mit Außentuch und Heilwolle im Bett ausbreiten, der Patient legt sich mit der Brust auf das Wickelpaket. Vorne auf die Brust kommt das „heiße“ Innentuch mit dem Zitronenwasser und alles wickeln und fixieren. Hier müssen Sie schnell arbeiten, damit das Innentuch nicht erkaltet.

Halsschmerzen

Die Schmerzen im Hals sind meist Begleiterscheinung einer Entzündung im Hals-/Rachenbereich. Oft begleitet von geschwollenen Lymphdrüsen oder Tonsillen als Zeichen der Abwehrreaktion des Körpers.

Tees, die hier unterstützen können sind:
– Salbei
– Kamille (hier bei Kindern bitte Vorsicht)
Den Tee können Sie trinken oder damit gurgeln.

Halswickel

Meist wird bei akuten Halsentzündungen, mit Schmerzen und Schluckbeschwerden eher ein kalter Wickel angewendet. Ein guter Indikator für die Frage warme oder kalte Wickel ist der Wunsch nach warmen oder kalten Getränken. Der Patient wählt automatisch, die für ihn richtige Anwendung.
Hat also Ihr Patient Lust auf kalte Getränke, wenden Sie einen kalten Wickel an und umgekehrt. Bei Kindern wird nicht „rundum“ gewickelt sondern nur der Hals von Ohr zu Ohr (die Wirbelsäule bleibt frei).Dieser Wickel ist geeignet für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene. Sie brauchen:

–          Inntuch (doppelte Breite des Halses)
–          Zwischentuch (ggf. Heilwolle)
–          Außentuch (Wolle, Baumwollplüsch, Naturmolton, alles etwas größer als das Innentuch)

Kalter Wickel (wärme entziehend-kühlend)

Das Innentuch doppelt legen in kaltes bis handwarmes Wasser tauchen (je kleiner das Kind, je wärmer das Wasser) und leicht auswringen. Das Tuch sollte nass sein, ohne zu tropfen.Darüber ggf. etwas Heilwolle oder ein Zwischentuch und dann das Außentuch. Am besten legen Sie alles übereinander und legen den Wickel in einem Arbeitsgang an. Der Wickel bleibt ca. 20-45 Minuten am Hals. Sobald der Wickel durchgewärmt ist, nehmen Sie ihn bitte ab. Anschließend noch ca. 1 Stunde mit Schal oder wärmendem Rollkragen „nachwärmen“. Sie können den Wickel ca. 2-3x tgl. anwenden.

Alternativ: Statt des Wassers nehmen Sie Zitronenwasser. Dazu legen Sie eine halbe ungespritzte Zitrone mit eingeritzter Schale in ¼ Liter Wasser und pressen diese unter Wasser aus.

Warmer Wickel (wärmend)

Zur Schleimlösung, bei Heiserkeit und beginnenden Halsschmerzen, wenn warme Getränke angenehm sind. Sie pressen eine halbe Zitrone in ¼ Liter heißes Wasser, tränken das Innentuch darin und wringen es dann kräftig aus. Dann das Innentuch mit Zwischentuch (ggf. Heilwolle) und dem Außentuch um den Hals wickeln. Der Wickel bleibt ca. 5 Minuten am Hals. Danach den Hals mit Schal oder Rollkragen warm halten. Sie können den Wickel ca. 2-3x tgl. anwenden.

Halswickel mit Quark

Dieser Wickel ist intensiver in der Wirkung, also anzuwenden bei sehr starken Halsschmerzen oder wenn der Wickel nur mit Wasser wenig Wirkung zeigt. Bitte nicht bei frierenden Patienten anwenden. Bitte nicht mit Quark aus dem Kühlschrank – eher Zimmertemperatur oder Körpertemperatur

Innentuch (Länge etwa halber Halsumfang):

– streichen Sie den Quark auf das mittlere Drittel des Innentuchs (für Kinder max. 5mm dick, für Erwachsenen 5-10mm dick).
Die Ränder des Tuchs so über dem Quark zusammenschlagen, dass auf einer Seite nur eine Lage Stoff ist. Bei Bedarf erwärmen Sie das Innentuch mit dem Quark z.B. in einem umgedrehten Topfdeckel ein wenig

– Legen Sie das Tuch mit der einen Stoffseite auf den Hals (die Lymphdrüsen müssen mit einbezogen werden, die Wirbelsäule bleibt frei).

Darüber kommt das

Zwischentuch, ggf. etwas Heilwolle und das Außentuch

!! Quark bitte nicht bei Patienten mit Kuhmilchallergie oder Neurodermitis!!

Fieber natürlich behandeln

Es ist immer noch Erkältungszeit und auch hier weiß sich der Körper selbst gut zu helfen.

Fieber – warum entsteht es?

Sind zu viele Krankheitserreger im Körper vorhanden, entsteht Fieber. Die meisten Krankheitserreger sind thermolabil, d.h. sie reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Es ist somit in den allermeisten Fällen nicht sinnvoll das Fieber zu senken.
Ein gesunder Körper kann das Fieber so hoch werden lassen, wie es nötig ist, kann das Fieber dann in der Höhe begrenzen und halten und kann auch wieder sanft entfiebern. Die meisten Eltern sind in der richtigen Behandlung des Fiebers unsicher und deshalb möchte ich hier etwas über einen typischen Fieberverlauf schreiben und wenn man das Fieber behandeln möchte, wann das sinnvoll ist.

Fieberphasen

Sind die Extremitäten (also Hände und Füße) kalt, steigt das Fieber noch weiter an, egal wie hoch die Temperatur schon ist. In dieser Phase hat der Patient meist weder Hunger noch Durst. Manche Patienten übergeben sich gar, um den Körper nicht mit Verdauungsarbeit zu belasten. In dieser Phase ist es hilfreich den Körper dabei zu unterstützen die Temperatur zu erhöhen. Man kann jetzt den Patienten warm zu decken und ggf. mit einer Wärmflasche unterstützen. Ist die benötigte Temperatur erreicht (die Höhe variiert von Patient zu Patient und von Erkrankung zu Erkrankung) werden die Extremitäten wieder warm und der Körper kann so die Temperatur regulieren. Manche fangen in dieser Phase an zu schwitzen, oft kommt dann der Durst zurück, vielleicht hat der Patient sogar wieder Appetit. Jetzt sollte der Patient nicht mehr warm zugedeckt sein, ggf. kann man jetzt mit Wadenwickeln unterstützen.

Die Entscheidung ob man den fiebernden Patienten behandeln sollte oder nicht hängt vor allem vom Zustand des Patienten ab, weniger von der Höhe des Fiebers. Manche leiden schon sehr bei Temperaturen von 38,5 Grad, andere, vor allem Kinder, spielen noch mit 39,5 Grad und brauchen keine Behandlung. Wenn man das Fieber behandeln möchte, ist es sinnvoll das mit dem Fieberverlauf zu tun. Sprich, sind die Extremitäten kalt, sollte das Fieber nicht gesenkt werden. Auch Wadenwickel sind in dieser Phase eher eine Belastung für den Körper.

Natürliche Methoden der Fieberbehandlung senken das Fieber nicht um mehrere Grad. Vielmehr geht es darum, den Patienten zu stärken, so dass er gut mit dem Fieber umgehen kann. Nach der Gabe von homöopathischen Behandlungen kann es gar sein, dass das Fieber sogar kurzfristig noch etwas steigt, um dann in eine erträglichere Temperatur zu sinken.

Wird das Fieber mit schulmedizinischen Mitteln gesenkt, ist das Ergebnis oft, dass die Erkrankung länger dauert oder gar verschleppt wird. Weil das Fieber in einem Bereich gehalten wird, der für die Erreger nicht ausreichend hoch ist, so dass die Erreger nicht zerstört werden. Versucht der Körper trotzdem ein ausreichend hohes Fieber zu erzeugen und muss gegen den Fiebersenker arbeiten kann es zu Komplikationen kommen. Zu Vorsicht ist auch bei homöopathischen Fieberzäpfchen geraten. Ist in diesen Mitteln Belladonna in einer tiefen Potenz enthalten (meist D2), besteht die Gefahr eines Fieberkrampfes. Wenn die Behandlung homöopathisch erfolgt, dann am besten mit gut gewählten Einzelmitteln.