17 Jun 2015
June 17, 2015

Homöopathische Selbstbehandlung

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Homöopathische Selbstbehandlung

Die Homöopathie geht auf Samuel Hahnemann zurück (1755-1843). Samuel Hahnemann war mit den medizinischen Möglichkeiten seiner Zeit unzufrieden und so machte er sich auf die Suche nach einer schnellen und sanften Heilmethode, die nicht auf Erfahrung und „Hören-Sagen“ beruht, sondern die auf einem wissenschaftlichen Fundament steht (Arzneimittelprüfung,…).
Im Eigenversuch fand Samuel Hahnemann heraus, dass ein Mittel, dass bei einem Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, einen Kranken mit diesen Symptomen heilen kann -> „simila similibus curentur“ (Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden (Ähnlichkeitsprinzip)).

Übrigens kennen wir das Ähnlichkeitsprinzip bereits aus unserem Alltag:
– Haben wir im Winter kalte Hände, reiben wir diese mit kaltem Schnee ab
– Haben wir uns verbrannt, wird die Wunde nicht mehr gekühlt sondern mit lauwarmem Wasser gespült.

Die Wahl des Mittels ist symptombezogen und nicht krankheitsbezogen.
D.h. Ihr Kind hat 3x Husten und 3x kann ein anderes Mittel das richtige sein.
Ein homöopathisches Mittel stimuliert die Selbstheilungskräfte und somit wird das Immunsystem gestärkt, da es sich selbst mit den Krankheitserregern auseinandersetzen kann.

Ähnlich wie bei anderen ganzheitlichen Heilmethoden (z.B. Akupunktur, Ayurveda, Chi Gong,…) ist es das Ziel der Homöopathie das energetische Gleichgewicht wieder herzustellen.
Man geht davon aus, dass der Mensch nur bei einem energetischen Ungleichgewicht anfällig für Krankheiten ist.

Eine Gruppe von 10 Personen ist mit dem gleichen Erreger konfrontiert und nicht alle 10 Personen erkranken.
Die, die erkranken zeigen wahrscheinlich individuell unterschiedliche Symptome.
Diese Symptome leiten uns in der Homöopathie zum richtigen Mittel.

Aus diesen Gründen gelingt eine Selbstbehandlung nicht immer, da es schwierig ist, die Symptome zu finden und korrekt einzuordnen.
Eine homöopathische Behandlung hat z.B. bei chronischen Mandelentzündungen das Ziel, dass es nicht immer wieder zu Halsentzündungen kommt und nicht dass diese dann alle 6 Wochen homöopathisch behandelt werden.

Das Potenzieren

Beim Potenzieren werden die Grundsubstanzen schrittweise in einem bestimmten Verhältnis verdünnt und rhythmisch verschüttelt.
Durch diesen Prozess wird die Wirkung verstärkt und Nebenwirkungen werden verhindert.
Es gibt D, C, LM-Potenzen (M ist eine Abkürzung für eine C1000)
D = Verdünnung im Verhältnis 1:10
C = Verdünnung im Verhältnis 1:100
LM = Verdünnung im Verhältnis 1:50.000

Bis D12 spricht man von Tiefpotenzen, D30/C30 sind mittlere Potenzen und Potenzen >D30/C30 sind Hochpotenzen.
Je höher die Potenz, desto sanfter, sicherer und schneller wirkt das Mittel.
Bei Tiefpotenzen besteht die Gefahr einer stärkeren Erstreaktion.

Nebenwirkungen / Einnahme

Bei der Einnahme von homöopathischen Mitteln kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen.
Diese Reaktion ist positiv zu bewerten, da die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt sind.
Erstverschlimmerungen können z.B. Fieber oder ein kurzfristiger Fieberanstieg sein oder tatsächlich eine Verschlimmerung der bestehenden Symptome.
Grundsätzliche werden keine weiteren Mittel gegeben, sobald eine Reaktion stattfindet.
Vor einer erneuten Gaben sollte nach einer Reaktion geprüft werden, ob tatsächlich das gleiche Mittel wieder gegeben werden soll oder ob nun ein anderes Mittel das richtige ist.
Die Mittel sollten vor der Einnahme nicht berührt werden, also direkt aus dem Fläschchen auf einen Plastik-Löffel gegeben werden.
Bei kleinen Kindern/Säuglingen geben Sie die Mittel bitte direkt aus dem Fläschchen in den Mund des Kindes und nicht erst auf die Hand der Mutter (dann lieber in die Hand des Kindes).
Kaffee, Menthol oder Drogen (z.B. Alkohol oder Schmerzmittel) können die Wirkung eines homöopathischen Mittels herabsetzen.
Wird ein falsches Mittel eingenommen, wirkt es nicht. Bitte nehmen Sie dann das falsche Mittel auch nicht weiter ein.
Je akuter der Zustand ist, je schneller hilft das homöopathische Mittel. Hilft das gewählte Mittel nicht kurzfristig, ist es nicht das richtige Mittel.
Dann wenden Sie sich bitte an einen in klassischer Homöopathie ausgebildeten Heilpraktiker.
Bei einer weiteren Einnahme eines falschen Mittels kann es zu Prüfungssymptomen kommen, die zwar nach Absetzen des Mittels wieder verschwinden, dennoch das Gleichgewicht des Organismus nachhaltig stören können.
Deswegen ist wichtig: Einnehmen und Abwarten!

Mittelempfehlungen

Mittelempfehlungen kann ich hier nicht geben, da die Wahl des Mittels ja wie oben beschrieben in jedem Fall individuell ist.
Meine Patienten sammeln im Laufe der Zeit ihre Erfahrungen mit den einzelnen Mitteln und wissen, was z.B. bei der letzten Erkältung gut geholfen hat und können so auch erst einmal selber versuchen sich zu behandeln.
Wenn sie damit nicht erfolgreich sind, können Sie sich in meiner Telefonsprechstunde beraten lassen.
Die diverse Bücher, die im Handel erhältlich sind und bei der Mittelfindung helfen sollen, sind leider fachlich von schlechter Qualität.
Die vorgestellten Mittel sind auf wenige Symptome reduziert und helfen leider nur selten bei der Suche nach dem im individuellen Fall richtigen homöopathischen Mittel.