15 Jul 2014
July 15, 2014

Heilpraktiker = Homöopath?

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Homöopathie

Bereits in einem anderen Blog habe ich diese Thematik schon einmal aufgegriffen – möchte dem aber gerne nocheinmal ein eigenes Thema widmen, da ich immer wieder auf die gleichen Irrtümer stoße.


  1. Wer darf in Deutschland behandeln?
  2. Wer darf in Deutschland behandeln?

    In Deutschland dürfen nur 2 Berufsgruppen selbständig (!) Diagnosen stellen und selbständig behandeln, das sind Ärzte und Heilpraktiker. Alle anderen in Gesundheitsberufen Tätigen wie Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden,… behandeln nur auf Anweisung (Rezept).

    Mit welchen Methoden der Heilpraktiker jetzt behandelt kann er frei wählen und ggf. nach Diagnose entscheiden. Mögliche Behandlungsmethoden können sein: Akkupunktur, TCM (chinesische Medizin), Bioresonanz und natürlich auch Homöopathie und viele andere.

  3. Ist jeder Heilpraktiker auch Homöopath?
  4. Ist jeder Heilpraktiker auch Homöopath?

    Mit Homöopathie oder besser noch “klassischer Homöopathie” ist das Behandeln mit Einzelmitteln gemeint. Hierzu bedarf es auf Seiten des Therapeuten einer (neben der Zulassung zum Heilpraktiker) 3-jährigen Zusatzausbildung in klassischer Homöopathie.
    Die Mittelfindung – also die Entscheidung, welches homöopathische Mittel der Patient bekommt – erfolgt nach einer ausführlichen Erstanamnese.
    Nicht jeder Therapeut (egal ob Arzt oder Heilpraktiker), der homöopathisch behandelt ist auch Homöopath – sprich, verfügt über die Notwendigen Kenntnisse und hat die erforderliche Zusatzausbildung.

  5. Woran erkenne ich einen guten klassischen Homöopathen?
  6. Woran erkenne ich einen guten klassischen Homöopathen?

    Ein guter klassischer Homöopath hat eine 3-jährige Zusatzausbildung in klassischer Homöopathie.
    Ein guter klassischer Homöopath verordnet nur nach einer ausführlichen Erstanamnese – es gibt in der Homöopathie keine “Standard”Mittel.
    Ein klassischer Homöopath verordnet NUR Einzelmittel und keine Komplexmittel.
    Ein guter klassischer Homöopath muss die Mittel nicht auspendeln oder kinesiologisch austesten.

  7. Was sind Komplexmittel?
  8. Was sind Komplexmittel?

    Komplexmittel sind Mittel z.B. von WALA, WELEDA oder Präparate wie Meditonsin, Ferrum Phos. komp. (Weleda), Osanit um nur einige zu nennen. In diesen Mitteln werden viele verschiedene homöopathische Einzelmittel zusammen verarbeitet (meist auch zusammen potenziert). Damit entsteht ein neues Mittel, das nur dann sicher verordnet werden kann, wenn es hierzu eine sogenannte Arzneiprüfung gibt. Diese Prüfungen fehlen aber und so kann der Patient und auch der Therapeut – sollten sich während der Einnahme weitere Symptome einstellen – nur raten, ob die neuen Symptome von dem Komplexmittel kommen oder ob sich die Krankheit verändert hat. Es ist also keine sichere Verordnung dieser Mittel möglich und auch die Reaktion kann nicht beurteilt werden. Darum rate ich von der Einnahme solcher Komplexmittel ab.

  9. Was ist eine Erstanamnese?
  10. Was ist eine Erstanamnese?

    In dieser Erstanamnese werden die akuten Beschwerden genauso besprochen, wie eine Krankenbiographie (also welche Krankheiten hatte der Patient bisher in seinem Leben), eine Lebensbiographie (welche Lebensereignisse gab es im Leben des Patienten) und eine Familienanamnese (welche Krankheiten haben oder hatten die leiblichen Eltern, Großeltern und ggf. auch die Urgroßeltern).
    Erst nach dieser ausführlichen Anamnese (die bei einem Erwachsenen ca. 2-3 Stunden dauert) kann der Homöopath das Mittel verordnen.