01 Feb 2016
February 1, 2016

Blähungskoliken bei Neugeborenden

0 Comment

Blähungen – Koliken bei Säuglingen

Immer wieder kommen Mütter mit Ihren Babys in die Sprechstunde, die vermutlich unter Blähungskoliken leiden. Aus diesem Grund möchte ich heute ein wenig zum Thema Blähungskoliken schreiben.

Die Diagnose „Blähungskoliken“ wird bei Säuglingen zu häufig gestellt.
Es wurden in einer größeren Ultraschalluntersuchung viele Säuglinge mit dieser Diagnose untersucht. Bei den meisten Säuglingen wurden KEINE Blähungen im Darm festgestellt.

Viele Eltern vermuten Blähungen als Grund für häufiges Weinen bei ihrem Baby. Allerdings lässt die Beobachtung, dass das Baby weint und später gehen Blähungen ab, nicht den Schluss zu, dass die Blähungen auch die Ursache für das Weinen sind.
Oft ist es vielmehr so, dass die Babys Winde absetzen, weil sie beim Weinen viel Luft geschluckt haben, die jetzt wieder raus kommt.

Recht sichere Zeichen für tatsächlich vorhandene Blähungen sind:

  • Angespannter Bauch – oft berührungsempfindlich
  • Die Beinchen werden angezogen und wieder weggestreckt
  • Das Weinen kommt anfallsweise, zwischendurch scheinen sie beschwerdefrei

Abraten möchte ich in der Behandlung von Koliken von homöopathischen Komplexmitteln, wie „Paderborner Pupsglobuli ®“ oder anderen Produkten, die nicht individuell verordnet wurden.

Wie bei allen anderen Beschwerden muss auch hier nach den möglichen Ursachen gesucht werden. Diese müssen dann behandelt werden und ein gut gewähltes homöopathisches Einzelmittel kann die Beschwerden lindern.

Die Ursachen für Koliken oder Verdauungsbeschwerden bei Säuglingen können vielfältig sein

Mögliche Ursachsen können sein:

  • Antibiotische Behandlung der Mutter in der Schwangerschaft oder während der Entbindung
  • Regelmäßige Einnahme von Magnesium in der Schwangerschaft
  • Regelmäßige Einnahme von Eisen in der Schwangerschaft
  • Übermäßiger Konsum von Stilltee (oder Fencheltee den das Baby gegen die Blähungen bekommt)
  • Möglicherweise Milchkonsum der stillenden Mutter
  • Schüssler-Salz-Kuren der stillenden Mutter
  • Falsche homöopathische Behandlung des Babys
  • Kaiserschnittentbindung
  • Regelmäßige Einnahme von Fluor oder Vitamin D

Neben der Behandlung mit dem richtigen homöopathischen Mittel kann eine Darmsanierung empfehlenswert sein. Hier ist wichtig, dass es sich um lebensfähige Keime handelt, die sich im Darm wieder ansiedeln können und nicht um Produkte, die lediglich Zellbestandteile enthalten.

Auch bei der Behandlung von Blähungen oder Koliken ist eine gründliche Erstanamnese wichtig, ohne die keine homöopathische Behandlung erfolgen kann.